Ethik des Computerspiels

Wir laden euch herzlich zu unserem ersten Vortrag im Wintersemester 2020/2021 ein!

Dienstag, 20. Oktober 2020 von 19:00 bis 20:30 Uhr
als Online-Vortrag
(https://reasoning-stuttgart.de/vortrag-20-10-20)

Herr Dr. Sebastian Ostritsch arbeitet am Institut für Philosophie an der Universität Stuttgart und promovierte zum Thema „Hegels Rechtsphilosophie als Metaethik“. Im März 2020 erschien sein Buch „Hegel: Der Weltphilosoph“. Zu seinen Fachgebieten zählt unter anderem die Ethik (und Philosophie) der Computerspiele.

Ethik des Computerspiels: Lange Zeit wurden Computerspiele entweder als jugendliche Zeitverschwendung (Stichwort „daddeln“) trivialisiert oder aber im Zuge medialer und politischer Ratlosigkeit angesichts jugendlicher Gewaltexzesse zum Sündenbock auserkoren und als „Killerspiele“ verteufelt. Nicht selten haben Spieler angesichts solcher Vorwürfe selbst Zuflucht in der Trivialisierung ihres Hobbies gesucht und den Standpunkt vertreten, dass es sich bei Computerspielen um „bloße Spiele“ handelt, die mit dem Ernst der Realität nichts zu tun hätten.

Ohne dass diese Perspektiven auf das Computerspiel ganz der Vergangenheit angehören würden, so werden Games doch zunehmend als ernstzunehmendes Kulturgut behandelt, wovon etwa Spiele-Rezensionen in Zeit und FAZ zeugen. Wenn aber Computerspiele tatsächlich ernstzunehmende Kulturgüter sein können, dann ergeben sich für sie dieselben ethischen Fragen, die wir auch in Bezug auf Literatur, Malerei und Film stellen können: z. B. ob ein bestimmtes Werk eine ethisch relevante Position zum Ausdruck bringt, ob es dem Rezipienten eine bestimmte Weltsicht, bestimmte Normen und Werte nahelegt, und ob es dafür moralisch zu loben oder zu verurteilen ist.

Wenn Computerspiele solcherart moralisch geladene Objekte sind, oder zumindest sein können, dann stellt sich wie von selbst auch die Frage, inwieweit ihre Nutzer (Spieler) und Urheber (Entwickler) in einer ethischen Verantwortung stehen. Genau um diese Frage nach der ethischen Verantwortung von Spielern und Entwicklern soll es in diesem Vortrag gehen.

Wie immer sind die ersten 45 Minuten der Veranstaltung dem Vortrag des Referenten gewidmet, die anschließenden 45 Minuten dürfen sich alle an der Diskussion des Themas beteiligen. Wir sind gespannt!

Die Teilnahme steht nicht nur allen Studierenden und Mitarbeiter*innen an der Uni Stuttgart, sondern auch allen anderen Interessierten offen.

Die Veranstaltung findet im Rahmen der landesübergreifenden Erstsemesterakademie zum Thema Nachhaltigkeit statt.